Geschichte des Rathauses
Am 10. Juli 1473 wurde das ursprüngliche Staffelsteiner Rathaus
durch Ullrich von Weiden zerstört. In den 1475 und 1476 erstand
ein Neubau des Rathauses, wofür die Stadt 880 Gulden Schulden aufnahme
und über 200 Jahre lang an das Domkapitel Rückzahlungen zu
leisten hatte.
Am 5. Juli 1684 fiel das Rathaus dem großen Stadtbrand zum Opfer.
In den Jahren von 1685 bis 1687 erfolgte der Neubau des Rathauses auf
den alten Grundmauern. Dabei wurde auch der Marktplatz vergrößert.
Das Rathaus sollte frei stehen und dadurch imposant wirken. Da die Stadt
bereits vor Baubeginn 5350 Gulden Schulden hatte, sammelten die Staffelsteiner
sogar in Würzburg und Fürth Almosen.
Am 7. Dezember 1684 wurde der Bauauftrag an den Baumeister des Klosters
Langeheim, den Steinmetz Hans Jakob Pless, vergeben. Kurz nach der feierlichen
Grundsteinlegung am 9. Mai 1685 starb Jakob Pless.
Nun trat der Werkmeister auf, mit dessen Namen das Rathaus untrennbar
verbunden ist: Zimmermeister Adam Cuntzelmann aus Kaider. Er hatte sich
mit verschiedenen Bauwerken bereits einen Namen geschaffen. "Er
soll", wie es heißt, "das große Werk mit gött-
und menschlicher Hand ohne Tadel und Mangel zur Perfektion bringen".
- In der Markthalle des Erdgeschosses waren Stadtwaage, zwei Brot-
und elf Fleischerbänke, sowie ein abgeschlossener Kramladen untergebracht.
- Das mittlere Geschoß betrat man ursprünglich über
eine zweiläufige Außentreppe. Hier befanden sich der Tanzboden
und zwei Ratsstuben, die durch eine Küche getrennt waren.
- Das zweite Obergeschoß war eine einzige Halle mit vier Säulen
und wurde als Tuchboden genutzt.
- Der zweigeschossige Dachstuhl diente als Naturalienspeicher für
den städtischen Reichtum.
Im obersten vergoldeten Turmknopf wurde am 23. August 1687 die Richtfesturkunde
hinterlegt. Der größte bauliche Eingriff danach war die Umstellung
von der Außentreppe auf die moderne Innentreppe.
1754 fand eine durchgreifende Barockisierung statt: Das Fachwerk wurde
ausgebessert, das Rathaus mit einer Mitteltür versehen, die Uhrtafel
vergoldet und daran ein Bild von Kaiser Heinrich und zwei Engel angebracht.
Zeitweilig war das Rathaus auch verschiefert. Die Baukosten (1685-1687)
beliefen sich auf 2000 Gulden. Das entspräche auf unsere Zeit hochgerechnet
etwa 25 Millionen Euro.
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